image/standard.jpg Anzeige? Polizeiliche Vorladung? Was tun? 2 goldene Regeln die zu beachten sind.

Zum 01. Mai 2017 gründen die Rechtsanwälte Stevens, Betz, Müller Zenger eine neue Kanzlei. Die Kanzlei Lucas verbleibt in den aktuellen Räumen.

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anzeige? polizeiliche vorladung? was tun?
Für alle Strafverfahren gelten 2 goldene Regeln:

1. Keine Aussage gegenüber der Polizei! (und auch nicht gegenüber Freunden oder Dritten)

2. Sofort einen spezialisierten Anwalt kontaktieren!

Denn in fast allen Strafverfahren wird der Beschuldigte aus heiterem Himmel mit der vermeintlichen Tat von der Polizei konfrontiert. Dies ist auch so beabsichtigt, um den Überrumpelungseffekt auszunutzen.



- Keine Aussage machen - ob schuldig oder nicht!
Bei allen Äußerungen ist höchste Vorsicht geboten, da der Betroffene zu diesem Zeitpunkt in der Regel überhaupt nicht wissen kann, was ihm konkret zur Last gelegt wird, was die Ermittlungsbehörden tatsächlich wissen, was etwaige Zeugen ausgesagt haben und welche Anschuldigung damit letztlich im Raum steht.

Nicht selten versucht die Polizei wegen mangelnder Beweise ihre Wissenslücken, wie Festnahme, Durchsuchung, erkennungsdienstliche Behandlung, (nicht existierende) vermeintliche Verfahrensvorteile oder gar der Vorführung beim Haftrichter, erheblichen Druck beim Beschuldigten aufzubauen, um so zu einer schnellen Aussage und einem möglichen Geständnis des Beschuldigten zu kommen.

Deshalb ist es auch so wichtig, dass man - schuldig oder nicht – keinerlei Aussagen gegenüber der Polizei macht! Auch wenn man also der Meinung ist unschuldig ins Visier der Ermittlungen geraten zu sein oder die polizeilichen Vorwürfe nach Auffassung des Betroffenen nicht mit der tatsächlichen Realität im Einklang stehen, ist es dennoch unabdingbar von seinem gesetzlich verankertem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen.

Nicht selten hören wir von unseren Mandanten, dass die Polizei damit argumentiert, dass wenn man nichts zu verbergen hätte, auch ruhig aussagen könne oder dass keine Aussage indiziere, dass man „Dreck am Stecken“ hätte etc...

Solche Argumente sind schlicht weg falsch, denn im deutschen Recht darf das Schweigen eines Beschuldigten zu keinem Zeitpunkt juristisch negativ gewertet werden.

Allerdings sind solcherlei polizeilichen „Tricks“ trotz des ehernen Grundsatzes, dass kein Beschuldigter aussagen oder sich gar selbst belasten muss, juristisch nicht verboten und führen aufgrund der oftmals überlegenen Frage- und Vernehmungstechnik der Polizei zu vorschnellen Aussagen.

Hinzukommt, dass Betroffene angesichts der Drohung mit polizeilichen Repressalien oder hohen Haftstrafen mit der Vernehmungssituation hoffnungslos überfordert sind.

Auch gilt es zu wissen, dass die Polizei bei Vernehmungen regelmäßig nur ein sog. Inhaltsprotokoll aber kein Wortprotokoll fertigt. Das bedeutet, dass der Polizist das vom Beschuldigten Gesagte mit seinen eigenen Worten, in seinen eigenen Formulierungen und Ausdrucksweisen notiert und nicht so, wie es der Beschuldigte wörtlich gesagt oder formuliert hat. Das wiederum führt zwangsläufig zu Fehlinterpretationen und inhaltlichen Missverständnissen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind und zur Grundlage aller weiteren Ermittlungen und einer etwaigen Verurteilung werden können!

Nicht selten führen bloße rhetorische Missverständnisse und Falschprotokollierungen in späteren Gerichtsverhandlungen zu Sätzen von Richtern und Staatsanwälten wie: „Aber bei der Polizei haben Sie das ganz anders gesagt.“

Dem Betroffenen bleibt es allerdings jederzeit unbenommen, sich zu einem späteren Zeitpunkt - nachdem ein Anwalt Akteneinsicht genommen und ausführlich beraten hat - auszusagen – aber wie oben gezeigt, niemals in vorschnellem Eifer! Das Oben Gesagte gilt aber auch in Bezug auf andere Menschen (Freunden, Partner, Kollegen), denn diese Menschen könnten dann von der Polizei wiederum als Zeugen (vom Hörensagen) in Betracht kommen. Also auch hier unbedingt keine Aussagen machen!

2. Spezialisierten Anwalt aufsuchen
Man sollte sich daher schon unmittelbar nach dem Bekanntwerden von polizeilichen Ermittlungen sofort an einen spezialisierten Anwalt wenden – also bevor man sich überhaupt zu der Sache äußert oder gar von der Polizei kontaktiert wird – der dann den Beschuldigten von einem polizeilichen Erscheinen zur Vernehmung entschuldigt und erst einmal Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft nimmt oder einem Opfer bei der Vernehmung Rechtsbeistand leistet.

Nach erfolgter Akteneinsicht bespricht der Anwalt den Akteninhalt und vor allem etwaige Zeugenaussagen mit dem Beschuldigten. In diesem Zusammenhang hat der Beschuldigte die Möglichkeit auf die Vorwürfe konkret Stellung zu nehmen und zusammen mit dem Anwalt etwaige Widersprüche aufzudecken die dann ggf. der Staatsanwaltschaft in einer sog. Verteidigerschrift mitgeteilt werden, mit dem regelmäßigen Ziel eine Einstellung des Strafverfahrens zu erwirken.

Das Ermittlungsverfahren wird leider - auch von Anwälten – in seiner Bedeutung unterschätzt. Denn ob und wie ein etwaig späteres Gerichtsverfahren abläuft und vor allem ausgeht, ist weitgehend vom Ermittlungsverfahren bestimmt. Im Ermittlungsverfahren werden die Weichen für ein etwaiges richtige oder aber auch falsche Urteil gestellt sodass Mängel, falsche Beratung und falsche Vorgehensweise im Ermittlungsverfahren in der Regel in einem gerichtlichen Hauptverfahren nicht mehr zu beseitigen sind.


Strafverfahren sind eine große Belastung und oftmals mit schwerwiegenden rechtlichen und privaten Konsequenzen verbunden.

Daher empfiehlt es sich dringend vor einer Aussage bei der Polizei einen spezialisierten Anwalt zu Rate zu ziehen, um verfahrensentscheidende Nachteile zu verhindern!

Soweit bereits Rechtseingriffe wie Durchsuchung, Festnahme, ED-Behandlung, Vorladung etc. drohen oder bereits stattgefunden haben, gilt auch hier sofort einen spezialisierten Anwalt zu Rate zu ziehen (auch ein Anwaltswechsel ist zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens möglich!). Denn oftmals werden solche Maßnahmen ausschließlich zur Beschleunigung des Aussageverhaltens ergriffen und sind nicht selten rechtswidrig oder zumindest mildere Mittel anwendbar.

Eine gute anwaltliche Vertretung setzt neben einem Höchstmaß an fachlicher Kompetenz vor allem besondere Erfahrung im Umgang mit Polizei, Staatsanwaltschaft und vor allem Gericht voraus.
Wir sind ausschließlich auf das Strafrecht spezialisiert und stehen unseren Mandanten mit langjähriger Erfahrung und hochspezialisierter Expertise bundesweit, in allen Gerichtsinstanzen zur Verfügung.

Schreiben Sie uns jederzeit und unverbindlich kanzlei@lucas-stevens.de oder rufen Sie uns an unter Telefon: +49 (89) 41 61 77 37-0.